(Aktualisiert 26.07.2009 03:18) [Admin]

Herzlich Willkommen !

Sie befinden sich auf der Homepage der Privat-Initative "Hilfe für Aceh".

Die Privatinitative "Hilfe für Aceh" wurde am 30.12.2004 von Bernd Unger ins Leben gerufen.


Updates:

26.07.2009 Brunnen für Tanarara
25.07.2009 Unterstützung für 40 Farmerfamilien
16.06.2008 Endlich geht's weiter
05.12.2006 Strategiewechsel


Inhaltsverzeichnis [verbergenanzeigen]
Zu diesem Punkt springen 16.06.2008: Endlich geht's weiter (NTT)
Zu diesem Punkt springen 05.12.2006: Strategiewechsel - Ausdehnung der Hilfe auf die Provinz Nusa Tenggara Timur (NTT)
Zu diesem Punkt springen 06.05.2006: Multazam - Operation erfolgreich
Zu diesem Punkt springen 18.04.2006: Multazam wird voraussichtlich am 29.04.2006 operiert
Zu diesem Punkt springen 11.04.2006: Multazam kommt ins Krankenhaus
Zu diesem Punkt springen 11.02.2006: Multazam
Zu diesem Punkt springen 27.12.2005: Gedanken zum Jahrestag
Zu diesem Punkt springen 06.12.2005: Grüsse aus Aceh
Zu diesem Punkt springen 09.11.2005: Bernd fährt wieder nach Aceh
Zu diesem Punkt springen 03.08.2005: Erfahrungsbericht aus Aceh
Zu diesem Punkt springen 02.08.2005: Neue Internetadresse
Zu diesem Punkt springen 29.07.2005: Ich bin zurück in Deutschland
Zu diesem Punkt springen 09.06.2005: Aceh
Zu diesem Punkt springen 25.05.2005: Buchempfehlung
Zu diesem Punkt springen 23.05.2005: Strategiewechsel
Zu diesem Punkt springen 11.05.2005: Ich gehe nach Aceh
Zu diesem Punkt springen 05.05.2005: Dewi war krank
Zu diesem Punkt springen 13.04.2005: Wie es weitergeht
Zu diesem Punkt springen 04.04.2005: Neue Fotos
Zu diesem Punkt springen 28.03.2005: Schweres Seebeben erschüttert Nordsumatra
Zu diesem Punkt springen 27.03.2005: Gesichter unserer Hilfsaktion
Zu diesem Punkt springen 24.03.2005: Ankündigung
Zu diesem Punkt springen 14.03.2005: Aktuelle Fotos von Dewi aus Aceh unter 'Dewis Berichte'
Zu diesem Punkt springen 04.03.2005: Bericht von Bernd aus Indonesien
Zu diesem Punkt springen 17.02.2005: Ergänzung zu Dewis aktuellem Bericht
Zu diesem Punkt springen 31.01.2005: Dewi berichtet aus Banda Aceh
Zu diesem Punkt springen 22.01.2005: Dewi ist in Banda Aceh angekommen
Zu diesem Punkt springen 19.01.2005: Wer ist eigentlich Sven Theml?
Zu diesem Punkt springen 14.01.2005: Wir bedauern die Panne
Zu diesem Punkt springen 13.01.2005: Mail von Dewi unter 'Dewis Berichte'
Zu diesem Punkt springen 08.01.2005: Stand der Hilfsaktion
Zu diesem Punkt springen Wie kam es zu dieser Initative?
Zu diesem Punkt springen Mein herzlichster Dank gilt
Zu diesem Punkt springen Ich distanziere mich mit aller Deutlichkeit
Zu diesem Punkt springen Hinweis zu Links


Nach oben springen26.07.2009: Brunnen für Tanarara

Auch für eure restlichen Spenden (IDR 15.852.800 = € 1.220) habe ich meines Erachtens eine gute Lösung gefunden. Wir werden den Rotary Club Bali bei seinem Projekt "Brunnen für Tanarara" unterstützen. Tanarara ist ein Dorf in Ost Sumba, eine der trockensten Regionen Indonesiens. Für alle, die schon mal auf Sumba waren oder mal dort hin fahren wollen. Das Dorf liegt etwa 3km entfernt von der Kleinstadt Lewa.

Der Rotary Club leitet eine Bildungsstätte für Waisenkinder auf Bali. Die meisten Kinder kommen aus Tanarara in Ost Sumba. Dadurch entstand die Idee diesem Dorf weitere Unterstützung zukommen zu lassen. Ich war vor wenigen Tagen selbst in Tanarara und habe mir ein Bild von der Situation gemacht. Das Dorf hat recht großes Potential in der Regenzeit; in der Trockenzeit fehlt es an Wasser. Fast alle Bewohner können in der Regenzeit Reisfelder bewirtschaften, in der Trockenzeit lassen sie ein paar Ziegen oder abgemagerte Kühe nach Futter suchen. Viel mehr Arbeitsmöglichkeiten bestehen in der Region nicht. Auch die Kleinstadt Lewa ist noch nicht so weit entwickelt, dass die Bevölkerung aus Tanarara dort Arbeit finden könnte.

Ich werde in den nächsten Tagen eure restlichen Spendengelder an den Rotary Club Bali überweisen und mir im Oktober nochmals selbst ein Bild von der Situation in Tanarara machen. Der Rotary Club plant im kommenden Jahr auch mit Einkommen schaffenden Maßnahmen in Tanarar zu beginnen. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch Wasser. Unser Beitrag reicht knapp für den Bau von 2 Brunnen.

Nach oben springen25.07.2009: Unterstützung für 40 Farmerfamilien

Bereits im März begann ich eine Zusammenarbeit mit einer lokalen NGO (LEMBAGA PEDULI PEMBANGUNAN NUSA TENGGARA TIMUR, LP2-NTT) im Distrikt Kupang. Chef der NGO ist die Frau meines Mitarbeiters Markus Sumyono. Sie schrieb mir einen Antrag zur Unterstützung für 40 Farmerfamilien des Dorfes Naibonat, Sub-Distrikt Kupang Timur, Distrikt Kupang. Den Familien fehlte es an Saatgut und Dünger sowie an Knowhow für den Anbau von Gemüse.

In der Zwischenzeit haben alle 40 Familien schon geerntet. Das Gemüse wurde zum Teil verkauft, zum Teil für den Eigenverzehr verwendet. Besonderen Fokus legte die NGO auf Trainingseinheiten sowie auf die Weiterverwendung von Saatgut. Die Farmer sind gerade dabei die nächste Aussatperiode vorzubereiten.

Damit haben wir mit einem kleinen Beitrag (IDR 11.000.000 = € 846) eine recht große Wirkung erzielt.

Nach oben springen16.06.2008: Endlich geht's weiter

Entschuldigung!

Vor viel zu langer Zeit habe ich einen Strategiewechsel angekündigt und seitdem nichts veröffentlicht. Hinter den Kulissen, sprich hier vor Ort, sind seitdem viele, viele Gespräche geführt worden, wie ich die Spedengelder hier in NTT am besten einsetzen kann. Wir haben u.a. geplant und vertagt, gemeinsam mit der Bevölkerung Orangenbäume zu pflanzen, Kaninchen zu züchten, Schiffe zu bauen und haben schliesslich beschlossen, uns auf Schulkinder zu konzentrieren. Hier konzentrieren wir uns zunächst auf die Verbesserung der Körperhygiene. Für uns Alltägliches wie Hände waschen, Zähne putzen, duschen, Fingernägel reinigen und schneiden etc. sind für Menschen, die bisher nur unter äußerst widrigen Bedingungen Zugang zu Wasser hatten, keine Selbstverständlichkeit. Nachdem mein Projekt den Zugang zu Wasser vereinfacht hat, versuchen wir uns mit privaten Mitteln, die Gewohnheiten der Menschen Schritt für Schritt zu verändern. Dabei konzentrieren wir uns auf die Kinder. Wir arbeiten intensiv mit den Lehreren und den Gesundheitseinrichtungen auf Dorfebene zusammen. Die Anzahl der Kinder, die ungeduscht zur Schule kommen, ist bereits gesunken. Gleichzeitig sind Durchfall- oder Hauterkrankungen schon nach kurzer Zeit seltener geworden.

Die Gewohnheiten von Menschen zu verändern, ist eine schwierige und langwirige Sache. Das wissen wir von uns selbst. Genau deswegen setzen wir bei den Kindern an. Wir hoffen, dass sie begeisterungsfähig sind und neu Gelerntes mit in die Familien tragen. Wenn alle verstehen, welchen Wert Wasser und Hygiene haben, wird das die Lebensbedingungen der Menschen enorm verbessern helfen. Das erhoffen wir uns!

Derzeit konzentreiern wir uns auf Trainingseinheiten in Schulen und auf Dorfebene. Kosten die hierfür entstehen, sind in erster Linie Kosten für Material, wie Seife oder Zahnbürsten sowie Fotokopien. Extra Kosten für Transport oder Trainergehälter fallen nicht an. Bisher haben wir erst Rp. 1.582.000 bzw. € 113,- ausgegeben.

Zukünftig planen wir unsere Aktivitäten noch auf Wettbewerbe zwischen den Kindern auszuweiten. Als Preise für Sauberkeit gibt es dann Schulbücher oder eben auch einfach eine neue Zahnbürste.

Wer sind wir? Wir sind Mitarbeiter meines Projektes, die sich freiwillig bereit erklärt haben, unsere gemeinsame Vision zu unterstützen.

Nach oben springen05.12.2006: Strategiewechsel - Ausdehnung der Hilfe auf die Provinz Nusa Tenggara Timur (NTT)

Meine in Aceh gemachten Erfahrungen (Juni/Juli 2005 und Nov. 2005 bis Okt. 2006) haben mir klar gemacht, dass den Tsunami-Opfern viel -ja wahrscheinlich sogar zu viel- Hilfe zukommt. In einem unserer Projekt-Dörfer (Kab. Pidie - während meiner Zeit bei der DWHH) waren zwischen Januar 2005 und Oktober 2006 19 internationale und nationale Organisationen tätig. Wiederholt musste ich feststellen, dass die Menschen gar nicht wissen, wo sie ihre Hand zuerst aufhalten sollen.

Dieses Übermaß an Hilfe hat Konsequenzen auf unsere Hilfsaktion. So ist es mir in den letzten Monaten in Aceh schlicht nicht möglich gewesen, die Hilfsbedürftigen heraus zu filtern, an denen die internationale Hilfe bisher vorbei ging. Multazam mit seinem Leistenbruch war hier die Ausnahme. Wie die Erfahrung bezüglich seiner Operation zeigt, hätte auch er eigenständig Zugang zu kostenloser Hilfe haben können. Die Operation wurde von IOM durchgeführt und übernommen. Multazam bzw. seinen Eltern fehlte es also mehr an Information und Mut, denn an Geld.

Als ich vor wenigen Wochen meinen neuen Vertrag in einem Trinkwasser und Sanitation Projekt in Nusa Tenggara Timur (NTT) unterschrieben habe, habe ich beschlossen, die verbliebenen Gelder nicht mehr in Aceh, sondern in NTT auszugeben. NTT ist eine der ärmsten Regionen Indonesiens. Ein aktueller Vergleich der indonesischen Distrikte bestätigt dies. Der Distrikt Timor Tengah Selatan (TTS) wird in der Statistik auf dem letzten Platz geführt.

Einen konkreten Plan kann ich leider noch nicht vorweisen. Ich bin erst seit knapp 4 Wochen im Projekt und muss mich natürlich erst einmal um dieses kümmern. Ich bin mir aber sicher, dass unsere Spendengelder in NTT sehr gut eingesetzt werden können. Ich hoffe, schon bald einen konkreten Plan für die sinnvolle Verwendung der restlichen Spendengelder präsentieren zu können.

Ich weiß, dass diese regionale Verschiebung eigentlich nicht rechtens ist. Sollte jemand von euch mit dieser Entscheidung nicht einverstanden sein, so bin ich selbstverständlich bereit, Spendengelder anteilsmäßig zurück zu überweisen.

Dewi arbeitet übrigens noch immer für "Habitat for Humanity Indonesia" in Banda Aceh. Als ich Multazam zuletzt sah, sprang er gesund und munter mit seinen Freunden durchs Dorf und die aktuellen Informationen über die gebauten Häuser (4 von uns) in Pulau Kayu sind sehr positiv. Wenn sich jemand selbst vor Ort überzeugen möchte, vermittle ich gerne Kontakte.

Nach oben springen06.05.2006: Multazam Operation erfolgreich

Multazam wurde wie geplant am 29.04.2006 operiert. Der Tag war zunaechst gepraegt von Warten und Unsicherheit. Wie sich sicherlich jeder vorstellen kann, waren wir nicht die einzigen Patienten, die auf eine Operation warteten. Da es sich bei Multazam nicht um einen akuten Fall handelte, wurden wir Stunde um Stunde vertroestet. Als er dann im OP war, wurden wir gefragt, wo er denn nach der OP hingebracht werden soll? Wir sahen uns fragend an. Hier im Krankenhaus muss man sich selbst um ein Bett kuemmern. Also taten wir das. Es war zunaechst jedoch keines frei. Wir wurden von einem Haus zum naechsten geschickt, bis wir endlich in der Abteilung fuer ueber 15 Jaehrige maennliche Patienten ein Bett bekamen. Das Zimmer und das Bett waren an sich in Ordnung, aber das Bad / die Toilette war defekt und auch die oeffentliche Toilette in diesem Haus funktionierte nicht. Egal. Hauptsache ein Bett.

Ab dem 2. Tag legten sie Multazam eine 75-jaehrige Frau mit ins Zimmer. Sie hatten das gleiche Problem. Frisch operiert, aber noch kein Zimmer.

Bereits am Dienstag (2.5.2006) wurde Multazam aus dem Krankenhaus entlassen. Anfangs fand ich das nicht so gut, aber als ich seine hoffenden Augen sah, stimmte ich zu. Er konnte schon wieder laufen und brabbelte auf der Heimfahrt unaufhoerlich. Es war die richtige Entscheidung.

Zu Hause angekommen, stuerzte er sich auf das grosse Paket, dass ich ihm als Trostpflaster mit ins Krankenhaus genommen hatte. Ich habe ihm ein ferngestuertes Auto besorgt. Das Auto ist jetzt sein ganzer Stolz!

Als ich Multazam heute zu Hause besuchte, sprang er schon wieder froehlich mit den anderen Kindern durchs Dorf. Er hat noch ein Pflaster auf der OP-Wunde, das aber sicherlich auch bald entfernt wird. Der Hodensack ist noch immer etwas vergroessert, aber das duerfte wohl normal sein, wenn man 6 Jahre lang einen Bruch mit sich herumtraegt.

Die Operationskosten wurden von IOM (International Organization for Migration) uebernommen. Vor der OP hat in dem Krankenhaus davon keiner gesprochen. Nach der OP tat jeder so, als sei das doch bekannt, dass OPs derzeit nichts kosten. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob das wirklich immer so ist. Nun, wie auch immer. Als Kosten bleiben somit nur die Uebernachtung im Krankenhaus, die Arzt-Visiten, die Medikamente, die Versorgung, das Spielzeug-Auto und der Transport.

Insgesamt belaufen sich die Kosten auf IDR 1.444.200 bzw. Euro 130.40 (Stand: 03.05.2006 laut http://www.oanda.com/)

Fotos:









Nach oben springen18.04.2006: Multazam wird voraussichtlich am 29.04.2006 operiert

Gestern war ich mit Multazam und seiner Mutter im Krankenhaus. Nachdem wir das Chaos bei der Anmeldung überstanden hatten, wurden einige Routineuntersuchungen bei Multazam durchgeführt. So wurde ihm beispielsweise Blut abgenommen. Beim Abschlussgespräch stellte sich dann heraus, dass es im Krankenhaus von Sigli nur einen Arzt gibt, der diese Operation durchführen kann. Dieser Arzt ist immer nur Samstag und Sonntag in Sigli. Montag bis Freitag arbeitet er in Banda Aceh. Da er kommendes Wochenende auf eine Fortbilung nach Padang fährt, kann Multazam frühestens am 29.04.2006 operiert werden. Uns wurde versprochen, dass wir rechtzeitig informiert werden. Hoffentlich klappt's ...

Nach oben springen 11.04.2006: Multazam kommt ins Krankenhaus

Kommenden Monatg (17.04.2006) werde ich Multazam ins Krankenhaus bringen. Ich hoffe, er kann dort zügig operiert werden. Sobald ich weitere Informationen habe, werde ich sie hier veröffentlichen.

Nach oben springen 11.02.2006: Multazam

In meinen Gedanken zum Jahrestag habe ich bereits angedeutet, wie undurchsichtig die Situation derzeit in Aceh ist. Manche scheinen viel, manche gar nichts zu bekommen. Um nicht "den Falschen" zu helfen, habe ich beschlossen, nur noch individuell zu helfen. Den Anfang möchte ich bei dem 6-jährigen Multazam machen. Er leidet seit dem ersten Monat nach seiner Geburt an Hernia. Soweit meine medizinischen Kenntnisse reichen, ist Hernia ein Hoden-, Leisten- oder Nabelbruch. Genaueres muss noch diagnostiziert werden. Ich möchte Multazam mit den verbliebenen Spendengeldern die Operation finanzieren. Auf dem Photo erkennt ihr, wie notwendig das ist.


Multazam mit seiner Mutter
Multazam mit seiner Mutter

Multazam
Multazam

Nach oben springen 27.12.2005: Gedanken zum Jahrestag

Den gestrigen Jahrestag habe ich in Banda Aceh verbracht. Viel mitbekommen habe ich dennoch nicht. Ich bin mir sicher, dass die weltweiten Medien ausführlicher berichtet haben, als ich das kann. Der Bereich um die grosse Moschee war abgesperrt. Am Himmel kreuzte ab und zu ein Hubschrauber und hin und wieder hörte man aus der Ferne Sirenen heulen. Den indonesischen Präsidenten und seine Staatsgäste konnte ich nicht sehen. Im Grossen und Ganzen ging das Leben seinen gewohnten Gang. Banken und Geschäfte hatten ganz normal geöffnet.
Zum Jahrestag der Tsunami-Katastrophe ist es auch angebracht, über unsere Spendenaktion nachzudenken. Die von Dewi durchgeführte Soforthilfe sowie die vier Häuser, die wir der Bevölkerung in Pulau Kayu finanziert haben, sind m.E. als Erfolg zu bewerten. Dewis und meine Idee, Einkommen schaffende Massnahmen für Frauen zu schaffen, sind dagegen gescheitert. Glücklicherweise sind uns die Probleme, die uns bei der Umsetzung dieser Massnahmen entgegen stehen, bewusst geworden, bevor wir Geld investiert haben. Das könnte man nun wieder als Teilerfolg interpretieren. Letztlich ergibt sich daraus aber, dass noch immer nicht alle Spendengelder investiert wurden.
Es mag seltsam klingen, aber ich bin davon überzeugt, dass wir auch weiterhin nichts überstürzen sollten. Die Situation, und damit meine ich die internationale Hilfe, die über Aceh hereingebrochen ist, ist für mich bisher völlig undurchsichtig. Wer bekommt was und wie viel von wem? Wer bekommt noch gar nichts? Diese Fragen stellen sich mir hier ständig. Man hat leider das Gefühl, dass einige sehr viel abgreifen und andere leer ausgehen. Nur wer macht was? Ich habe derzeit einfach kein gutes Gefühl unser Geld auszugeben!
Als Hintergrundinformationen möchte ich an dieser Stelle einen Artikel von Moritz Kleine-Brockhoff zitieren, der am 23.12.05 in der Stuttgarter Zeitung und am 24.12.05 bei watch Indonesia veröffentlicht wurde:


Ein Jahr nach dem Tsunami

Helfen und helfen lassen

Seit einem Jahr läuft die größte Hilfsaktion der Menschheitsgeschichte. Tsunami-überlebende versorgen und wieder aufbauen, was die Riesenwelle zerstört hat. Mehr als zehn Milliarden US-Dollar stehen zur Verfügung. Trotzdem hocken nach zwölf Monaten immer noch zehntausende von Menschen in Zelten. Aus den meistbetroffenen Ländern Indonesien, Sri Lanka, Indien und Thailand kommen nur in einem Fall positive Wiederaufbau-Berichte. Sie stammen aus Thailand, ausgerechnet aus einem Land, das auf staatliche Auslandshilfe verzichtet hat. Der Vorsprung ist logisch. Der Schaden war geringer, Thailand hat eine ordentliche Infrastruktur, die intakt blieb, und die Thais arbeiteten unbürokratisch. Ihre Regierung nahm privates Spendengeld und befahl ihren Soldaten, zu bauen. Bestimmt ging dabei einiges schief. Thailand ist alles andere als frei von Korruption. An manche Orte kam zu viel Hilfe, allerdings gab es praktisch nirgends zu wenig. Unterm Strich bleibt eine Krisenbewältigung, die sich sehen lassen kann.
Ein Gegenbild liefert Indonesien. An Acehs zerstörter Westküste sollen Helfer ihr Auto nur betanken, nachdem sie drei Angebote eingeholt haben. Doch wer dort vorankommen will, muss nehmen, was aus Benzinfässern zu kaufen ist. Sprit ist knapp. Doch das interessiert die Verwaltungskraft im fernen Europa oder Amerika nicht. Deshalb versinken Tsunami-Helfer in Bürokratie, die Obdachlosen leiden darunter. Selbst in Katastrophengebieten verbringen Mitarbeiter großer Hilfsorganisationen oder schwerfälliger Riesen wie UN und Weltbank mehr Zeit vor dem Laptop als mit Helfen. Sie schreiben Anträge und Berichte. Oder sie sitzen in Koordinierungstreffen. Diese sind natürlich wichtig. Trotz der vielen Sitzungen wurden Bestandsaufnahmen mehrfach erstellt, während dringende Aufgaben unerledigt blieben. So kümmert sich kaum jemand um den zerstörten Teil der Stadt Banda Aceh.
In allen Tsunami-Ländern können viele Bauprojekte - obwohl endlich verabredet, beantragt und genehmigt - nicht umgesetzt werden. Es hapert am Materialtransport, weil scheinbar niemand vorhergesehen hat, dass der Bau von mehr als 100 000 Häusern nur zügig vorangeht, wenn Straßen und Häfen brauchbar sind? In Wahrheit war das allen Beteiligten klar. Doch ein Hafenprojekt ist teuer und hat wenig öffentliche Wirkung, darum reißt sich niemand.
Helfer schimpfen auf Journalisten, die nur neue Häuser zählen. Aufbau bedeute nicht nur, ein Heim zu bauen. Ziel sei, eine neue Heimat für die Menschen zu schaffen, sagen sie. Das stimmt. Zu wenig wird gewürdigt, dass die Gesundheitsversorgung in allen Tsunami-Gebieten leidlich funktioniert. Dass Seuchen ausblieben und es genug zu Essen sowie sauberes Wasser gibt. Dass Kinder wieder zur Schule gehen und dass lokale Wirtschaften in Gang kommen. Gleichwohl muss Kritik erlaubt sein.
Angesichts der Finanzkraft dieser Hilfsaktion sind Tsunami-Opfer in Zelten nach einem Jahr inakzeptabel. In Indonesien daürte es vier Monate, bis die Regierung die Aufbau-Behörde BRR ins Leben rief. über umstrittene Landrechte, auch ein großes Problem in Sri Lanka und Indien, konnte vorher kaum gesprochen werden. Den Vereinten Nationen fiel zur Jahresmitte auf, dass sie in Aceh einen Koordinator für die vielen UN-Agenturen braucht, die dort arbeiten. BRR und UN legten erst Ende November Regeln fest, unter denen sie effektiv zusammenarbeiten können. Und die Weltbank, mit ihrem Fonds größter Wiederaufbau-Akteur, kann in Aceh außer Studien und Plänen bislang kaum etwas vorweisen. Die meisten mittleren und kleinen Hilfsorganisationen reagierten zunächst schnell. Sie waren zu Jahresbeginn monatelang mit Nothilfe beschäftigt, die überlebenswichtig und fantastisch war. Doch in dieser Phase versäumten viele Nichtregierungsorganisationen, ihre mittel- und langfristigen Projekte auf den Weg zu bringen. Das Geld war da, es fehlten Mitarbeiter. Wer im Einsatz war oder ist, ist überlastet. Noch mehr Personal hätte eingestellt werden müssen. Vor allem Logistik- und Baufachleute.
Auch berechtigte Kritik darf nicht ausblenden, wie wunderbar der weltweite Beistand für die Tsunami-Opfer war und nach wie vor ist. Eine so große Hilfsaktion gab es noch nie, da sind Mängel unvermeidbar. Allerdings lernt aus Fehlern nur, wer sie analysiert. Die Zahl der Naturkatastrophen wird weiter wachsen. Deshalb ist es wichtig, in Zukunft noch besser reagieren zu können. Die öffentlichen Jahresbilanzen aller Hilfsorganisationen waren fast ausschließlich positiv. Hoffentlich wird intern über das gesprochen, was nicht so gut lief. Wer im Internet bei Google ¸¸Tsunamihilfe" und ¸¸Selbstkritik" eingibt, bekommt sechs Treffer. Auf den sechs Seiten tauchen die beiden Wörter nicht im Zusammenhang auf.

Nach oben springen 06.12.2005: Grüsse aus Aceh

Herzliche Grüsse aus Banda Aceh!
Auch wenn ich derzeit noch in der Phase der Selbstsortierung bin, habe ich Dewi bereits getroffen. Es geht ihr und ihrer Familie gut. Ihr lange Zeit traumatisierter Onkel, Pak Bowo, arbeitet in der Zwischenzeit für eine lokale Nichtregierungsorganisation. Somit beschäftigt er sich also auch direkt mit dem Wiederaufbau Acehs.
Ich werde mich die Tage mit Dewi zusammensetzen und genauer besprechen, wie wir die restlichen Spendengelder einsetzen. Benötigt werden sie noch immer an jeder Ecke. Man mag's nicht glauben, aber den internationalen Organisationen geht langsam das Geld aus. Auch für unsere Aktivitäten sind weitere Spenden immer willkommen!
Unter "über mich" habe ich gerade meine Telefonnummern in Banda Aceh bzw. meine Handynummer angegeben. Darüber bin ich jederzeit erreichbar.

Nach oben springen 09.11.2005: Bernd fährt wieder nach Aceh

Kommende Woche breche ich wieder nach Aceh auf. Diesmal werde ich dort für die Deutsche Welthungerhilfe (http://www.dwhh.de) arbeiten. Es ist geplant, dass ich für 1 Jahr vor Ort bleibe.
Der Wiederaufbau ist noch keineswegs abgeschlossen. Wie ich bereits im August annahm, wird der Wiederaufbau noch Jahre benötigen. Ich bin gespannt, was sich zwischen meiner Abreise im Juli und jetzt, November, alles getan hat. Ich bin mir sicher, dass überall fleißig gebaut wird.
Selbstverständlich werde ich auch Dewi treffen. Sie erwartet mich mit Spannung, weil sie gemeinsam mit mir besprechen möchte, wie wir unser noch übriges Geld best möglich investieren. Es wird sich also wieder etwas tun auf dieser Seite. Ich konnte lange genaug nichts Neues berichten. Ich werde versuchen, die Seite von Indonesien aus zu aktualisieren. Sollte mir das nicht gelingen, springt Jan in Deutschland ein. Ich hoffe, dass ich auch Bilder hochladen kann. Es wird sich also lohnen, in den kommenden Wochen ab und zu mal wieder hier vorbeizuschauen.

Natürlich freü ich mich über jeden Besucher! Allerdings habe ich diesbezüglich schon heute eine Bitte: Ich bin zum Arbeiten in Aceh, d.h. jeder Besucher sollte sich darauf vorbereiten, dass ich wenig Zeit haben könnte. Dies gilt insbesondere in den ersten 6 Monaten meines Aufenthaltes, weil ich in dieser Zeit keinen Urlaub nehmen kann.

Nach oben springen 03.08.2005: Erfahrungsbericht aus Aceh

Was hatte ich alles über Aceh gehört und gelesen ... ich erwartete Hitze, Schwüle, sehr scharfes Essen, viele Moskitos, viel Militär und bewaffnete Unabhängigkeitskämpfer, sehr religiöse - fast schon fanatische- Moslime, zerrüttete Familien und traumatisierte Menschen und und und ... einiges bewahrheitete sich, anderes auf keinen Fall. Aber eins nach dem anderen:
Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sind keineswegs so, dass man sich am liebsten gar nicht bewegen möchte. Schon nach wenigen Tagen hatten wir uns gut aklimatisiert. Das Essen ist sehr lecker und auf keinen Fall zu scharf. Die Menschen ernähren sich in erster Linie von Reis und Fisch. Mücken gab es tatsächlich einige, aber eine richtige Plage waren sie nicht. Malaria, Dengue und andere von Mücken übertragene Tropenkrankheiten sind in Aceh bisher kein großes Problem.
Dagegen ist der Konflikt zwischen indonesischem Militär (TNI) und der Unabhängigkeitsbewegung (GAM) für die Bevölkerung sehr wohl ein Problem. Neben Strassensperren, an denen das Militär Geld abgreift, hört man von täglichem Kontakt zwischen den Konfliktparteien, von Toten, zerstörten Häusern und Schulen und von vergewaltigten Frauen. Während meiner Anwesenheit wurden auch zwei internationale Helfer durch Schüsse verletzt. Es gibt ein allgemein gültiges Gebot: Nach Einbruch der Dunkelheit darf man nicht in die Berge bzw. Wälder gehen. Mindestens einer der internationalen Helfer hat dieses Gebot nicht beachtet. über den zweiten Fall bin ich nicht informiert.
Spricht man die Bevölkerung auf den Konflikt an, so kommt meistens die gleiche Reaktion. Die Menschen haben die Nase voll. Sie wollen in Frieden mit ihren Familien und Nachbarn leben! Mitglieder von GAM habe ich übrigens offiziell nicht getroffen.
Fanatisch sollen sie sein die Menschen in Aceh ... also aus meiner Sicht ist das Quatsch! Die Menschen sind gläubig, mehr aber auch nicht. Ich habe sehr offene Gespräche über Religion, über den Irak-Konflikt, über Amerika, über Europa etc. geführt. Ich habe keinen Hass gegen die westliche Welt feststellen können. Ganz im Gegenteil! Dankbarkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zeichnen die Menschen Acehs aus und damit unterscheiden sie sich nicht von den Menschen anderer Regionen Indonesiens.
In Pulau Kayu gab es am 26.12.2004 keinen Toten, d.h. die Menschen haben zwar ihre Häuser und ihr sonstiges Hab und Gut verloren, aber sie sind nicht traumatisiert. Anders sieht es beispielsweise in Banda Aceh aus. Ich habe dort niemanden getroffen, der nicht große Teile seiner Familie verloren hat. Banda Aceh sieht aus als hätte ein riesiger Bulldozer die Stadt platt gemacht.

Ich habe dem Projekt der Grünhelme Rp. 108 Mio (€ 9.310) aus unserem Spendentopf zur Verfügung gestellt. Damit konnten 4 Häuser incl. Küche, Bad und Stromanschluss aufgebaut werden.

Das Projektgebiet - Desa Pulau Kayu, Kec. Susoh, Kab. Aceh Barat Daya:

Die Gemeinde Pulau Kayu (Holzinsel) liegt an der Westküste Acehs auf halber Strecke zwischen Meulaboh und Tapaktuan. Diese beiden Städte sind in meinem Weltatlas eingezeichnet. In 3 km Entfernung von Pulau Kayu befindet sich die Stadt Blangpidie. Sollten die Grenzen Acehs zukünftig tatsächlich offen bleiben, so ist das neu aufgebaute Dorf relativ leicht zu finden und zu besuchen.
Dass der Tsunami auch im Raum Aceh Barat Daya Verwüstungen angerichtet hat, ist kaum jemandem bekannt: Die Hilfe konzentriert sich auf die Region um Meulaboh, Banda Aceh und zieht sich an der Ostküste bis Lhokseumawe. Wären die Grünhelme nicht in Pulau Kayu aktiv, wäre zu befürchten, dass dort bis jetzt keine Hilfsorganisation mit einem Projekt begonnen hätte.
Wie gesagt, in Pulau Kayu ist niemand verstorben. Das vereinfacht den Wiederaufbau enorm. Die Bevölkerung selbst baut sich nun ihre Häuser auf. Angeleitet werden sie von freiwliigen Helfern der Grünhelme und von indonesischen Studenten aus Medan. Die Studenten der katholischen Universität in Medan helfen freiwillig. Sie gehören einer Volunteersgemeinschaft an, die sich KRK (Koordinasi Relawan Kemanusiaan - Koordination Freiwiliger) nennt.
Die Mehrheit der Menschen Pulau Kayus ist Fischer. Ihre Boote wurden durch den Tsunami größtenteils zerstört. Mit vereinten Kräften konnten einige Boote bereits wieder zusammengebaut werden. Die Menschen haben keine Angst vor dem Meer. Das Meer ist ihr Leben, es ernährt ihre Familien.
Es ist klar, dass die Menschen neben dem Hausbau auch ihrem Beruf nachgehen müssen. Denn sonst können sie ihre Familien nicht ernähren. Daher hat man sich auf folgendes System geeinigt: Jeder, der ein Haus bekommt, muss 1x pro Woche 1 Tag lang freiwillig beim Hausbau mithelfen (indon: Gotong Royong). Die übrigen Tage kann er seinem Beruf nachgehen, um seine Familie ernähren zu können. Diejenigen, die keine Fischer, sondern Handwerker sind, arbeiten täglich auf der Baustelle. Auch sie leisten einen freiwliigen Tag, erhalten aber für die restlichen Tage einen kleinen Lohn, mit auch sie ihre Familie ernähren können.
Nun, wer bekommt denn eigentlich ein neues Haus: Jeder, der vor dem 26.12.2004 in einem Haus gewohnt hat, das vom Tsunami zerstört wurde, erhält ein neues Haus. Dabei ist es egal, ob die Familien Besitzer oder Mieter ihres Hauses waren. Wer vor dem Tsunami mehr als ein Haus besessen hat, erhält nur ein Haus. Kurz gefasst: Jede Famile erhält ein Haus.
Aus meiner Sicht ist diese Regelung sehr gut.
Es ist allgemein üblich, dass die Menschen 6 x 6 m große Häuser erhalten. Die Häuser der Grünhelme sind 8 x 5 m groß. Die Küche und das Bad werden außerhalb des eigentlichen Hauses errichtet. Dies entspricht der traditionellen Bauweise Acehs. Die Häuser sind in Reih und Glied aufgebaut, damit jede Familie die gleiche Grundstücksgröße (10 x 10 m) erhält.

Die Situation in Banda Aceh:

Etwa 4 bis 5 km von der Küste entfernt sind nur noch Fundamente von Häusern zu sehen. Vereinzelt sieht man Zelte. Vereinzelt sieht man kleine Schilder, auf denen steht, wem der Grund und Boden gehört. Die meisten Flächen sind leblos.
Ich habe einige Gespräche mit den Bewohnern Banda Acehs führen können. Sie berichten, dass das Meer aussah wie eine Baum hohe schwarze Cobra. Innerhalb von 15sec sei alles vorbei gewesen. Innerhalb weniger Sekunden haben sie alles verloren.
In der Stadt sieht man einige internationale Projektaustos herumfahren. Ich bin mir sicher, dass sie alle auf Hochtouren arbeiten. Dennoch sieht man davon in Banda Aceh nicht viel. Mir wurde berichtet, dass die medizinische sowie die Trinkwasserversorgung recht gut wieder hergestellt seien. Aber, so erzählten einige Bewohner, bis heute sei noch niemand zu ihnen gekommen, um über einen Wiederaufbau von Häusern zu sprechen.
Nun, an dieser Stelle sollte man m.E. mit den Projekten nicht all zu hart ins Gericht gehen. In Banda Aceh, aber sicherlich auch in vielen anderen zerstörten Gebieten, ist bisher noch völlig ungeklärt, wem der Grund und Boden gehört. Hat noch jemand überlebt? Evtl. ein Kind, das seine Eltern verloren hat und jetzt in einem Heim lebt und wahrscheinlich gar nicht weiß, dass es nun Land besitzt? Bisher traut sich noch niemand das Land frei zu geben, um mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Ich denke, der Wiederaufbau Acehs wird Jahre benötigen.

Das Grundwasser steht auf 30cm

Ein großes Problem ist das auf ca. 30 cm anstehende Grundwasser.
Damit die Häuser nicht im Nassen stehen, werden sie auf neun Betonsockeln errichtet.

Thomas erklärt

Grünhelm Thomas Just bereitet mit einem Handwerker
das Anbringen der Seitenverschalung vor

Pulau Kayu

Das "neue" Pulau Kayu ensteht Schritt für Schritt.
Pro Tag werden bis zu zwei Häuser fertiggestellt.

Waghalsig

Waghalsige Montage

Abringen der Seitenverschalung

Anbringen der Seitenverschalung

Bernd vor Häusern

Kinder und Bernd vor den neuen Häusern.
Seit kurzem gibt es eine Auflage der indonesischen Regierung, die besagt,
dass neue Häuser mindestens 500 m von der Küste errichtet werden müssen.
Als die Grünhelme mit dem Bau begannen, gab es diese Regelung noch nicht.

Kinder sortieren Schrauben

Kinder sortieren Schrauben


Hausbau der Grünhelme

Ein nahezu fertiges neues Haus im Dorf Pulau Kayu.
Jedes Haus wird von einer Familie bezogen. Wir haben also vier Familien ein neues zu Hause finanziert.
Küche und Bad werden noch errichtet.

Stolze Handwerker vor ihren Häusern

Stolze Handwerker vor ihren Häusern

Volleyball

Jeden Abend spielen die Jugendlichen Volleyball am Strand bzw. vor ihren neuen Häsürn.

Leben im Lager

Seit gut sechs Monaten leben die Menschen Pulau Kayus in einer Holzfabrik,
die als Lager umfunktioniert wurde. Einzig Planen trennen die Familien voneinader.


Nach oben springen 02.08.2005: Neue Internetadresse

Dies ist nun die neue Internetadresse. Sie ist nicht nur wesentlich aussagekräftiger als die bisherige, sondern auch von nahezu unbegrenzter Dauer.

Wir mussten die Adresse ändern, weil Bernd nicht mehr an der Uni in Giessen angestellt ist. Vielen Dank für Eür Verständnis.



Nach oben springen 29.07.2005: Ich bin zurück in Deutschland

Ich werde in den kommenden Tagen, die Homepage mit aktuellem Bericht und Fotos ergänzen. Schaut bitte ab und zu drauf, gebt mir aber ein paar Tage Zeit.



Nach oben springen 09.06.2005: Aceh

Morgen ist mein Abflug nach Aceh. 2 Monate werde ich im Auftrag der Grünhelme mithelfen, im Dorf Pulau Kayu Wohnhäuser aufzubauen. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Wie angekündigt, werde ich versuchen, unsere Spendengelder für den Aufbau ca. 5 Häusern in diesem Dorf zu verwenden.

Weitere Information über die Arbeit der Grünhelme findet man unter: (http://www.gruenhelme.de)

Da ich von hier nicht abschätzen kann, ob ich Zugang zum Internet haben werde, kann ich auch nicht versprechen, dass die Seite aktualisiert werden kann. Ich hoffe, ihr schaut dennoch von Zeit zu Zeit mal drauf. Falls ich in Aceh keine Chance habe, die Seite zu aktualisieren, verspreche ich einen ausführlichen Bericht mit Fotos nach meiner Rückkehr im September!

Ich wünsche allen einen schönen Sommer!!!

P.S.: Anbei ein Brief des Imams von Pulau Kayu:

„Wir haben unsere Häuser und unseren Lebensgrundlage Heime verloren als Folge des furchtbaren Erdbebens und des Tsunami am 26. Dezember 2004. Aber wir haben eine großartige Fürsorge und eine große Liebe von dem Volk der Deutschen empfangen. Diese unvorstellbare Anteilnahme der Deutschen wurde ein Teil unserer Realität. Mit diesem kleinen Brief wollen wir, das Volk von Pulau Kayu, unseren tiefsten Dank ausdrücken. Wir hoffen auch, dass Ihre Mitsorge und Lieben für uns nicht so schnell abreißen. Wir danken Ihnen allen für unsere neuen Häuser. Wir danken ihnen als das Volk, das diese neuen Häuser bekommt, die uns von dem Volk der Deutschen gegeben wird. Friedens ist etwas wunderbares. Sicherheit, eine Heimstatt und etwas Glück sind unsere Wünsche.“ (Pulau Kayu, 19.5. 2005)


Nach oben springen 25.05.2005: Buchempfehlung

Heute mal eine ganz andere Information:

Ich möchte allen, die ein bisschen mehr über die furchtbare Katastrophe des 26.12.2004 erfahren möchten, ein Buch empfehlen. Das Buch wird vom SPIEGEL herausgegeben und hat den Titel "Tsunami. Geschichte eines Weltbebens".

"15 Reporter recherchierten in den betroffenen Ländern rund um das Epizentrum, was mit den Menschen passierte am 26. Dezember und wie der Aufstand der Natur ihr Leben auf den Kopf stellte. Die Ureinwohner der Nicobaren, die Moslems in den aufständischen Provinzen Sumatras, die Huren und Hotelpagen Thailands, die Tamilen Sri Lankas, die Fischer Indiens, die Küstenbewohner Somalias und die Touristen aller Kontinente, die rund um den Indischen Ozean jedes Jahr in ihre Urlaubsparadiese flüchten, erlebten die Schockwelle ganz unterschiedlich und doch alle gleich: Als einen Moment, in dem sich entschied, ob sie weiterleben durften. Jeder von ihnen führte seinen ganz persönlichen Kampf gegen das Meer, und die, die die Reporter beschreiben, haben ihn gewonnen ..."

Ich habe das Buch gestern Abend fertig gelesen. Ich finde es sehr gut! Ich kann mich nicht erinnern, wann mich ein Buch emotional schon einmal so mitgenommen hat!


Nach oben springen 23.05.2005: Strategiewechel

Helfen ist ganz schön schwierig! Dewi ist frustriert. Was ich schon befürchtete, ist tatsächlich eingetreten. In allen Lagern gibt es Supervisor. Diese Supervisor kümmern sich um alles, was im Lager abläuft, d.h. ohne die Supervisor kann man nicht helfen. Weil Dewi krank war, hat sie den Kontakt zu den Supervisorn in den Lagern TVRI und Cot Gü verloren. Sie wurde von x anderen Projekten verdrängt und kommt nun nicht mehr an die Supervisor heran.

Zudem hat Dewi den Job gewechselt. Sie arbeitet jetzt für die amerikanische Nichtregierungsorganisation "Habitat for Humanity". Auch deswegen habe ich Dewi einen neuen Vorschlag gemacht:

Wir werden die Spendengelder nun den Grünhelmen (http://www.gruenhelme.de) für den Wiederaufbau des Dorf "Pulau Kayu" zur Verfügung stellen. Ich selbst werde von Juni bis Juli bei dem Bau dieser Häusern im Dorf "Pulau Kayu" mithelfen. Ein Ein-Familienhaus incl. Strom- und Wasseranschluss kostet zwischen € 1,500 und € 2,000. Mit dem noch vorhandenen Geld, können wir daher 5 bis 6 Häuser finanzieren.


Nach oben springen 11.05.2005: Ich gehe nach Aceh

Als ich im Februar für mein Uni-Projekt nach Yogyakarta reiste, dachten einige, dass ich nach Aceh gehen würde. Tatsächlich hatte ich kurz darüber nachgedacht, habe die Idee aber bald verlegt, weil man aufgrund der zerstörten Infrastruktur zu lange brauchte, um vor Ort zu kommen.

Bis heute ist die Infrastruktur nicht vollständig wieder aufgebaut worden. Die Straße entlang der Westküste ist nach meinen Informationen bis heute nicht vollständig passierbar.

Das wird mich diesmal nicht aufhalten. Ich werde im Juni für 3 Monate nach Aceh fliegen, um dort für die von Rupert Neudek gegründete Nichtregierungsorganisation "Die Grünhelme" (http://www.gruenhelme.de) beim Wiederaufabu von Häusern mitzuhelfen.

Es ist klar, dass ich mich voll für das Projekt der Grünhelme einsetzen werde und nur in meiner Freizeit - die wahrscheinlich rel. knapp sein wird - für unser Projekt aktiv werden kann. Das Dorf, in dem ich leben und arbeiten werde, liegt zwischen Meulaboh und Tapaktuan an der Westküste Acehs. Die Entfernung nach Banda Aceh beträgt etwa 200km.

Ich möchte an dieser Stelle schon 'mal für Verständnis werben, falls es mir in den 3 Monaten nicht möglich sein sollte, die Homepage zu aktualisieren. Ich kann von hier nicht einschätzen, wie gut die Internetmöglichkeiten sind, die mir vor Ort zur Verfügung stehen werden.


Nach oben springen 05.05.2005: Dewi war krank

Dewi hat die letzten Tage in Medan verbracht. Sie hatte sich erkältet und fuhr nach Medan, um sich von ihrer Oma gesund pflegen zu lassen.

Die Erkältung hat auch unsere Hilfs-Initative etwas ausgebremst. Bisher sind noch keine Kredite ausbezahlt worden. Es läuft noch die Antragsphase. Dewi wird in den nächsten Tagen das Lager Cot Gue aufsuchen, um dort nach den Fortschritten zu fragen. Wollen wir hoffen, dass sie durch ihre Abwesenheit nicht fast von vorne anfangen muss ...


Nach oben springen 13.04.2005: Wie es weitergeht

Ich habe mit Dewi nochmals ausführlich unsere Hilfsstrategie diskutiert. Via chat klappt das echt klasse. Dewi hat in den letzten Wochen viele Interviews mit überlebenden der Flutkatastrophe geführt. Sie hat sich dabei auf zwei Lager (TVRI und Cot Gue) konzentriert. Unter Dewis Berichte hat Dewi uns ja bereits zwei Frauen und ihre Schicksalsgeschichte vorgestellt. Beide leben derzeit im Lager Cot Gue. Beide gehören zur Gruppe, denen wir helfen werden.

Wir haben beschlossen, uns auf Frauen zu konzentrieren, die ihre Männer und damit ihre Existenzsicherung verloren haben. Diese Frauen müssen und wollen Geld verdienen, um sich und ihren Kindern wieder eine Existenz aufbauen zu können. Erreichen wollen sie das mit Hilfe von zinnslosen Krediten, d.h. sie wollen sich von Dewi Geld leihen (Maximum: Rp. 300.000 bzw. knapp € 30) und es Schritt für Schritt zurück bezahlen. Die Frauen planen Geld zu verdienen, indem sie Essen oder kleines Backwerk verkaufen, Näharbeiten ausführen, Wäsche waschen oder ähnlich einfache Tätigkeiten ausüben.

Aus unserer Sicht ist diese Art der Hilfe zu begrüßen, weil sie die Motivation erhöht, etwas zu erreichen. Kreditvergabe ist in Indonesien absolut gängig. In fast jedem Dorf gibt es kleine Organisationen, die Kredite vergeben. Zumeist werden sie von der Dorfgemeinschaft selbst gemanaged.

Sicherlich werden nicht alle Frauen im Lager Cot Gue unsere Hilfskredite in Anspruch nehmen. Wie viele es letztlich sind, steht noch nicht fest. Dewi und ich sind uns einig, dass wir nicht zu vielen gleichzeitig helfen sollten, um den Verwaltungsaufwand (für Dewi) gering zu halten. Es dürfte auch klar sein, dass nicht alle Geschäftideen erfolgreich sein werden, d.h. nicht alle werden ihren Kredit zurückbezahlen können.

Parallel wird Dewi auch Herrn Bowo (siehe unter Dewis Berichte) einen Kredit zur Verfügung stellen. Wie berichtet, möchte er nicht mehr als Landarbeiter tätig sein. Herr Bowo möchte sich eine Becak (ein Fahrrad-Taxi) kaufen. Auch er wird das geliehene Geld nach und nach zurück bezahlen.

Selbstverständlich hoffen wir, mit dieser Entscheidung im Sinne aller Spender zu handeln!


Nach oben springen 04.04.2005: Neue Fotos


Dewi mit ihrer Schwester und Nichte vor der zerstörten Moschee in Uleulhee

Dewi mit ihrer Schwester und Nichte vor der zerstörten Moschee in Uleulhee


Weitere Bilder findet ihr unter Dewis Berichte.


Nach oben springen 28.03.2005: Schweres Seebeben erschüttert Nordsumatra

Dewi schreibt per sms aus Banda Aceh (19Uhr unserer Zeit): Schweres Erdbeben erschüttert Nordsumatra. Die Menschen rennen um ihr Leben ... laut BBC: Stärke 8,7 auf der Richterskala ... lasst uns beten!!!

Dewi schreibt per sms (19:07Uhr unserer Zeit): Laut örtlicher Polizei wird kein Tsunami erwartet. Derzeit befinden sich die Menschen im Freien (Ortszeit in Nordsumatra: 24Uhr)

Die für heute letzte Nachricht von Dewi kommt gegen 20Uhr unserer Zeit. Alles ist in Ordnung. Die Menschen in Banda Aceh kommen langsam wieder zur Ruhe. Sie informieren sich über das indonesische Fernsehen, d.h. Strom funktioniert. Von Toten oder Verletzten berichtet sie nichts.


Nach oben springen 27.03.2005: Gesichter unserer Hilfsaktion

Ich habe gerade den ersten Teil Dewis letzter Mail übersetzt. Sie beschreibt darin das Schicksal der 29jährigen Frau Nurmala. Frau Nurmala verlor durch den Tsunami ihren Mann, der bis dahin für sie sorgte, und ihr sämtliches Hab und Gut. Frau Nurmela stand am 26. Dezember 2004 kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes. Sie gebar am 27. Dezember 2004 einen gesunden Sohn. Derzeit leben beide in einem Lager.

Unsere Hilfsaktion hat durch Frau Nurmela ein erstes Gesicht erhalten. Dewi wird in den nächsten Tagen und Wochen helfen, für Frau Nurmala und ihren Sohn eine Existenz aufzubauen.

Mit Frau Khairiyah erfahren wir eine zweite Schicksalsgeschichte. Erstaunlich hier ist v.a., dass Frau Khairiyah ihre Existenz mit Hilfe eines Kredites wieder aufbauen möchte. Ich habe heute lange mit Dewi darüber gesprochen. Unseres Erachtens ist ein solches Modell grundsätzlich wünschenswert. Eine endgültige Entscheidung haben wir noch nicht getroffen. Klar ist, dass ein solcher Kredit ohne bzw. mit sehr geringem Zinssatz gewährt werden muss.

In der Zwischenzeit ist auch der 3. Teil von Dewis Mail übersetzt. Hier erzählt Dewi das Schicksal von Herrn Bowo, der durch den Tsunami seine Frau und seine 3 Kinder verloren hat. Wie durch ein Wunder hat er selbst überlebt ... Mehr siehe unter Dewis Berichte.

Herr Bowo gehört zu Dewis Familie. Derzeit lebt er mit Dewi unter einem Dach. Er sieht sich im Moment nicht in der Lage, seinen ursprünglichen Beruf wieder auszuüben. Herr Bowo ist Immigrant aus Java. Er besaß als Bauer kein eigenes Land, sondern arbeitete als Landarbeiter. Dabei geriet er zwischen die Bürgerkriegsparteien TNI und GAM. Das möchte er nicht mehr. Jetzt sucht er einen Neuanfang. Derzeit hilft er Dewi. Er geht mit ihr in die Evakuierungslager und hilft ihr die Menschen zu befragen. Die Hoffnung, seine Familie lebend zu finden, hat er nicht verloren.


Nach oben springen 24.03.2005: Ankündigung

Dewi hat mir gerade Fotos und ausführliche Berichte geschickt. Alles auf Indonesisch. Ich werde mich die Tage hinsetzen, um euch alles zu übersetzen. Für alle unter euch, die Indonesisch können und üben möchten, werde ich auch Dewis Originale einfügen.

Eins schon mal vorne weg: Dewi ist meiner Bitte nachgekommen, speziell einigen Kindern zu helfen. Ich bat sie darum, um für alle jungen Spender ein spezielles Dankeschön zu setzen. Sie war in einem Lager im Dorf Cot Gue (Landkreis Lampeunerut, Regierungsbezirk Aceh Besar - wer eine Karte hat, findet es evtl.) und hat dort Babykleidung und Spielsachen verteilt.

Ich fragte Dewi auch nochmal speziell nach ihrer eigenen Familie. Sie meint, es gehe allen überlebenden verhältnismäßig gut. Sie bräuchten derzeit keine Hilfe.


Nach oben springen 14.03.2005: Aktuelle Fotos aus Aceh

Unter Dewis Berichte findet ihr nun aktuelle (Stand Januar 2005) Fotos aus Aceh. Sie ergänzen Dewis Bericht vom 17.02.2005 sehr anschaulich.

Heute kam auch eine neue Mail von Dewi aus Aceh. Darin erzählt sie über ihre neuesten Recherchen und Ideen. Sie hat einige Frauen interviewt, die zur Zeit noch in Lagern leben müssen. Die Frauen wissen derzeit nicht, wie sie zukünftig ihr Leben selbst in die Hand nehmen sollen. Sie würden gerne Arbeiten gehen. Am liebsten möchten sie für andere backen und kochen, d.h. kleine Heimindustrien betreiben bzw. kleine Essensstände aufbauen. Es fehlt ihnen jedoch das Startkapital sowie know how. Dewi wird in den nächsten Tagen und Wochen versuchen, einigen dieser Frauen zu helfen.


Nach oben springen 04.03.2005: Bericht von Bernd aus Indonesien

Seit etwa zwei Wochen bin ich nun in Indonesien. Dewi geht es gut! Getroffen haben wir uns leider nur drei Mal. Weil sie so lange in Aceh war, hat sich bei ihr viel Arbeit angestaut, die sie erst aufarbeiten musste. Ich selbst, war für mein Uni-Projekt allerdings auch sehr eingespannt. Dewi ist in der Zwischenzeit schon wieder nach Aceh aufgebrochen. Sie wird dort an einem Training der Weltbank teilnehmen. D.h. neben der Koordination unserer privaten Hilfsaktion ist sie direkt am Wiederaufbau Acehs beteiligt. Wie lange sie vor Ort bleiben wird, wusste sie noch nicht.

Wir haben lange darüber gesprochen, was sie bisher erlebt hat und wie es nun weiter gehen kann. Dewi hat viele Fotos mitgebracht. Von hier aus Indonesien kann ich sie leider nicht auf die Homepage stellen. Sobald ich wieder in Deutschland bin, werde ich das nachholen.

Wir haben verschiedene Möglichkeiten der Hilfsleistungen diskutiert. Wir beide favorisieren, Frauen zu unterstützen, die ihre Ehemänner verloren haben und vor der Katastrophe keinen Beruf ausgeübt haben. Eine solche Hilfe könnte darin liegen, den Frauen eine Ausbildung zu ermöglichen. Allerdings müsste eine solche Hilfe langfrsitig begleitet werden und könnte in Aceh auf kulturelle Probleme treffen. Frauen arbeiten dort in der Regel im Haus und sonst eher selten. In wie weit Dewi diese Hilfe leisten kann, wird sie vor Ort entscheiden.

Als weitere Massnahme haben wir beschlossen, einer Fischervereinigung ein Fischerboot zu finanzieren. Die Gruppe von i.d.R. 10-15 Fischer kann somit wieder ein eigenes Einkommen erwirtschaften. Mit einem Boot kann man also mind. 10-15 Familien helfen. Dewi wird zudem die Augen aufhalten für weitere Hilfsmöglichkeiten!


Nach oben springen 17.02.2005: Ergänzung zu Dewis aktuellem Bericht

Dewi berichtet heute sehr ausführlich über ihre Reise nach Aceh. Sie hat auch Fotos gemacht, konnte diese aber nicht schicken, weil das Hochladen im Internetcafe zu lange dauerte. Ich breche heute auf nach Indonesien. Evtl. gelingt es mir die Fotos so zu bearbeiten, dass ich sie einstellen oder Jan zuschicken kann.

Hoffe, ihr bleibt am Ball. In den nächsten drei Wochen kommen weitere Neuigkeiten.


Nach oben springen 31.1.2005: Dewi berichtet aus Banda Aceh

Unter Dewis Berichte findet ihr Dewis neuste Mail.

In den letzten Tagen hatte ich viel SMS-Kontakt mit ihr. Sie nimmt sich Zeit, geht alles in Ruhe an. Konkrete Pläne hat sie mir bisher nicht mitgeteilt. Sie schrieb mir u.a.: "Wir sollten die Menschen hier nicht zu sehr verwöhnen." Finde ich gut, sehe ich auch so. "Hilfe zur Selbsthilfe" muss unser Ansatz lauten.

In ihrer Mail spricht sie, die Unterstützung einer Schule an ... hier von meiner Seite kurze Aufklärung: Aufgrund des Artikels in der FR habe ich eine Anfrage von einem Schulleiter einer Gießener Schule erhalten. Diese Schule möchte gerne konkret einer Schule im betroffenen Gebiet helfen. Ich habe Dewi gefragt, ob sie einen Kontakt herstellen kann. Darauf reagiert sie nun in ihrer Mail.

Sie fragt auch, ob ich selbst nach Aceh kommen möchte. Ich hatte mir das mal ganz kurz überlegt, werde es (diesmal) zeitlich voraussichtlich aber nicht schaffen. Die letzte Entscheidung darüber fällt allerdings erst in Yogyakarta. Klar ist, dass ich natürlich keine Spendengelder dafür verwenden würde!


Nach oben springen 22.1.2005: Dewi ist in Banda Aceh angekommen

Heute Morgen wurde ich von einer SMS von Dewi geweckt. Sie ist in Banda Aceh angekommen. Aufgrund zerstörter Straßen war die Anreise schwierig. Sie wird sich nun zunächst vor Ort ein Bild machen. Im Gepäck hat sie Medikamente, die sie bereits in Yogyakarta gekauft hat. Genaueres erfahren wir, wenn sie wieder in Yogyakarta ist.

Ich selbst werde Mitte Februar für mein Uni-Projekt nach Yogyakarta reisen. Eine gute Gelegenheit alle Aktivitäten mit Dewi, Sven und weiteren Freunden zu besprechen.


Nach oben springen 19.1.2005: Wer ist eigentlich Sven Theml?

Dipl. Geograph, Sven Theml (31), lebt und arbeitet seit Februar 2004 in Yogyakarta (Indonesien). Er ist mit einer Indonesierin verheiratet, Kinder haben sie noch keine. Sven ist Koordinator von PUDSEA (Peri-Urban Development in SE-Asia). PUDSEA ist ein überwiegend akademisches Netzwerk mit Partnerunis in Thailand, Philippinen, Indonesien und Deutschland (Uni Freiburg und Uni Gießen). Er hat sein Büro in der Geographischen Fakultät der Gadjah Mada Universität (UGM) in Yogyakarta. Sein Gehalt bezieht er vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Sven spielt eine wichtige Rolle für die erfolgreiche Umsetzung dieser Initiative. An ihn überweise ich die Spendengelder. Er verwaltet sie und koordiniert Dewis Aktivitäten.


Nach oben springen 14.1.2005: Wir bedauern die Panne

Statement von Jan Carmanns zu der Panne:
Leider gab es eine Fehlfunktion auf der Webseite aufgrund einer etwas ungewöhnlichen Grundeinstellung des UNI Webservers *. Die technische Basis dieser Webseite habe ich in sehr kurzer Zeit erstellt, um Bernd schnellstmöglich diese Plattform zur Verfügung zu stellen. Das Problem war zwar schnell gelöst, doch leider war Bernd zeitlich zu sehr in Anspruch genommen, um die Korrektur sogleich einzuspielen. Ich hoffe die Seite steht nun zuverlässig zur Verfügung. Die positive Resonanz ist eine große Motivation und ich danke sehr für euer Verständnis!
(*) Beim Sichern der Datei für den Besucherzähler musste der Pfad zu dieser Datei ganz genau angegeben werden, was normalerweise nicht erforderlich ist.


Nach oben springen 13.1.2005: Mail von Dewi unter 'Dewis Berichte'

Dewi berichtet über ihre Pläne. Sie möchte am Wochenende 15./16. Januar nach Medan (Nord-Sumatra) reisen. Von dort aus wird sie versuchen, ins Katastrophengebiet zu gelangen. Außerdem trifft sie in Medan Familienangehörige, die die Flutwelle überlebt haben. Entgegen meiner bisherigen Annahme haben offenbar doch Familienmitglieder überlebt. Ich nehme an, als Dewi mich darüber informierte, dass ihre Familie tot aufgefunden worden sei, sprach sie nicht über ihre ganze Familie [In Indonesien umfasst 'Familie' viel mehr Verwandtschaftsgrade als in Deutschland.] Mit ihnen gemeinsam wird sie erste Gespräche über mögliche Einsatzgebiete unserer Hilfsaktion führen. Mehr unter 'Dewis Berichte' und sicherlich, wenn sie aus Nord-Sumatra zurückgekehrt ist.


Nach oben springen 8.1.2005: Stand der Hilfsaktion

(Auszug aus meiner Mail vom 8.1.2005)... Ich möchte an dieser Stelle gleichzeitig zu Geduld und Besonnenheit aufrufen. Erstens leisten die internationalen Hilfsorganisationen derzeit bewundernswerte Soforthilfe, bei der wir kaum mit anpacken können. Zweitens kommen mehr und mehr Informationen durch, aus denen hervorgeht, dass die Unabhängigkeitsbewegung (GAM) sowie das indon. Militär (TNI) versuchen, Teile der Hilfsleistungen abzugreifen. Wir müssen vor Ort also etwas vorsichtig sein. Drittens ist keiner von uns hauptberuflicher Wiederaufbauhelfer. Ich habe einen Job, d.h. meine Hilfsaktivitäten müssen in meiner Freizeit ablaufen. Ich bitte daher auch nochmals zu entschuldigen, wenn ich nicht allen persönlich antworten kann. ... Dank moderner Kommunikationsmöglichkeiten (chat) konnte ich mich ausführlich mit Dewi austauschen. Internet-Nutzung ist in Indonesien recht preisgünstig (€ 0,3 - 0,5 pro h) Es geht ihr gut! Sie sagte, dass das Leben jetzt weiter gehen müsse! Mitte Januar möchte sie nach Medan fliegen. Dort trifft sie Freunde/Bekannte, die die Flutwelle überlebt haben. Mit ihnen wird sie mögliche Hilfsmaßnahmen besprechen. Ich bat sie, uns mit kurzen Berichten und Fotos auf dem Laufenden zu halten. Worauf sie mir versprach: "Ich werde versuchen, ein guter Reporter zu sein!"


Nach oben springen Wie kam es zu dieser Initative?

Als sich am 26.12.2004 ein Seebeben mit der Richterskala 9,0 unweit der Nord-West-Küste Sumatras im Indischen Ozean ereignete, wurde ein gewaltiger Tsunami ausgelöst. Dort wo diese bis zu 100 km lange Flutwelle auf Land traf, vernichtete sie alles, was sich ihr in den Weg stellte. Etwa 150.000 Menschen verschiedener Nationen verloren dabei ihr Leben, Millionen ihre Familie sowie ihr Hab und Gut. Die weitaus größten Opferzahlen (etwa 100.000) hat die indonesische Provoinz Aceh in Nord-Sumatra zu beklagen.

© dpa - Bild vom 30.12.2004 14:28 Uhr


© unosat - Grafik (10.01.2005)

Am 28.12. wurde ich darüber informiert, dass eine gute Freundin und Kollegin (Dewi) ihre Familie in der Provinzhauptstadt Banda Aceh vermisste. Spontan bot ich Dewi meine Hilfe an, worauf sie mich um Sach- oder Geldspenden bat. Daraufhin schrieb ich an alle meine Freunde und Bekannten einen persönlichen Hilferuf. Ich fragte an, ob sie meine Initiative unterstützen würden, Dewis Familie in ihrer Notlage zu helfen. Bereits einen Tag nach meinem Aufruf informierte mich Dewi darüber, dass ihre Familie inzwischen tot aufgefunden worden sei. Ihrer Trauer trotzend beschloss Dewi, ihre Hilfe nun erst recht fortzusetzen. Darüber informierte ich wiederum meine Freunde und bat sie abermals um ihre Hilfe. In der Zwischenzeit bereits über 100 Spender (Stand: 12.1.2005) meinem Hilfsaufruf gefolgt.


Nach oben springen Mein herzlichster Dank gilt

1. allen, die meine Initiative unterstützen! Ohne Euch wäre die Hilfsaktion in dieser Form niemals möglich! Ich verspreche, dass ich alles mir Mögliche versuchen werde, um Dewi und durch sie der Zivilbevölkerung von Aceh zu helfen.
2. Jan Carmanns für das super schnelle Erstellen dieser Homepage.
3. Yassi Koch und Erick Silkens, die die Homepage ins Englische und Holländische übersetzen werden.


Nach oben springen Ich distanziere mich mit aller Deutlichkeit

1. von allen unseriösen Hilfsaufrufen von Menschen, die das Leid der vom Seebeben vom 26.12.2004 betroffenen Menschen ausnutzen, um sich selbst zu bereichern;
2. von dem Verdacht, mit dieser Initiative das indonesischen Militär (TNI) oder die Unabhängigkeitsbewegung Acehs (GAM) zu unterstützen. Diese Hilfsinitiative gilt einzig dem Wohle der betroffenen Zivilbevölkerung in Aceh.


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